Ist eine Kastration nötig?


Jedes Jahr im Frühling ist es wieder so weit. Die Tage werden länger, es wird wärmer und die Kätzinnen werden rollig. Dies kann durch eine Kastration verhindert werden. Doch warum sollte der Mensch diese Kosten auf sich nehmen? Gerade bei Wohnungskatzen scheint es doch sehr unnötig.

Wie zeichnet sich die Rolligkeit/ der Sexualtrieb aus?

Die Geschlechtsreife tritt meist zwischen dem 4- 8 Monat ein. Die Rolligkeit der Katze zeichnet sich durch einem erhöhten Kuschelbedürfnis, Reiben an allen möglichen Dingen und durch lautes Schreien und Gurren aus. Natürlich wird dem Katzenbesitzer auch stündlich der Po entgegen gestreckt. Zudem werfen sich die Kätzinnen vor Katern und uns Mitmenschen auf dem Boden und "rollen" sich. Gelegentlich markieren weibliche Katzen unter Rolligkeit mit Urin.

Kater sind ab der Geschlechtsreife sozusagen durchgehend "bereit", sobald eine paarungsbereite Dame in der Nähe ist. Sie markieren ihr Revier deutlich mit Harnspritzen, bevorzugt an hochkantigen Gegenständen wie Möbeln, Tischbeinen oder Tührrahmen. Unkastrierte Kater sind oft aggressiveren Gemüts und unternehmen zudem ausgiebigere Streifzüge, wo sie sich auch gerne mit anderen Katern anlegen und rivalisieren.

Rollige Katzen senden eindeutige Signale der Paarungsbereitschaft

Vermehrung verhindern!

Gerade bei Freigängern ist eine Kastration sehr wichtig. Eine Katze wird im Jahr mehrmals rollig. Würde sie jedes mal gedeckt werden, summiert sich die Zahl der Nachkommen schnell. Pro Wurf sind nämlich 2-8 Kitten möglich. Diese bekommen (bei Überleben) im nächsten Jahr wieder eine hohe Summe an Nachkommen. Wer ein wenig nachrechnet, kann sich ausmalen, wie unkontrollierbar diese Vermehrung wird. Somit sollte sich jeder Katzenhalter in der Pflicht fühlen, die eigene Katze kastrieren zu lassen.

Diese Rechnung hat der Tierschutz im folgendem Bild klar verdeutlicht:

Bildquelle:http://www.moenchberg.de/aktuelles.asp?naviid=%7Bb0bdc089-5c52-4101-817d-a89f030eae35%7D&ORGID=%7B78DEF9C3-C5C1-47F0-9E98-44446B728665%7D

Gesundheitsrisiko Unkastriert

Durch die Rolligkeit/ dem männlichen Sexualtrieb unternehmen die Katzen oft größere Streunertouren und setzen sich somit häufiger den Gefahren der freien Welt aus (Revierkämpfe, Straßen, andere Menschen)

Durch den unkontrollierten Sexualkontakt mit anderen Katzen erhöht sich zudem die Gefahr einer Infektion mit Katzenkrankheiten wie z.B. FIV (Katzenaids) und Katzenseuche.

Ist eure Katze kastriert, ist sie ruhiger, zeigt weniger Aggressivität gegenüber Artgenossen und hält sich näher am Haus, wo die Gefahrenquellen wenigstens vertraut sind. Kastrierte Kater neigen nur noch äußerst selten zum Harnmarkieren.

Selbst für Wohnungskatzen kann die Rolligkeit gefährlich werden. Wird eine Katze nicht gedeckt, können sich Eierstockzysten bilden, welche zu Tumoren ausarten können. Diese können zu erschwertem Harnablass führen. Zudem erhöht sich durch die hormonelle Veränderung im Körper das Krebsrisiko in den Sexualorganen. Gebärmutterentzündungen sind auch begünstigt, diese können bis zum Tod der Katze führen. Wohnungskatzen versuchen während der Rolligkeit oft aus der Wohnung zu entkommen. Dies kann durch die Unerfahrenheit tödlich enden (z.B Straßenverkehr).

Wird eine Katze länger nicht gedeckt, kann es zur Dauerrolligkeit führen. Dies ist sowohl für die Katze wie auch für den Besitzer eine hohe Belastung.

Gibt es negative Folgen durch die Kastration?

Kastrierte Katzen haben ein erhöhtes Risiko, übergewichtig zu werden. Durch die Eindämmung der Sexualhormone sinkt der Drang nach Bewegung, da die Suche nach potenziellen Sexualpartnern entfällt. Somit müssen wir Katzenbesitzer stets einen Blick auf ein ausgeglichenes Körpergewicht unserer Katzen werfen. Gesunde Ernährung und tägliche Bewegung wirken sich positiv aus. Die Annahme vieler Tierärzte, dass kastrierte Kater im höheren Alter zu einer Harnsteinbildung neigen, wenn sie zu früh kastriert werden, konnte in Studien widerlegt werden. Somit steht einer vorgeschlechtsreifen Kastration nichts im Wege.

Wichtiger Punkt bei kastrierten Katzen: Die Ernährung, dann bleibt die schlanke Statur auch bestehen

Und was passiert bei der Kastration?

Der Tierarzt entfernt bei der Kastration die Sexualorgane. Somit ist es der Katze nicht mehr möglich, Sexualhormone zu produzieren, welche zu den oben genannten Risiken führen können. Beim Weibchen entnimmt der Tierarzt in einem routinemäßigen Eingriff die Eierstöcke, unter Umständen auch die Gebärmutter. Dem Männchen werden nur die Hoden entnommen.

Die Sterilisation hingegen führt lediglich zur Unfruchtbarkeit, Sexualhormone werden weiterhin produziert. Dazu werden nur der Samen- oder die Eileiter durchtrennt.

Wann sollte die Kastration stattfinden?

Nach heutigem Wissen ist der beste Zeitpunkt der Kastration vor dem Eintritt der Geschlechtsreife. Dies sollte jedoch mit einem Tierarzt besprochen werden. Gerüchte, wie „die Katze darf gerne einmal rollig werden“ usw. bitte direkt aus dem Kopf schlagen. Denn jede Rolligkeit erhöht das Gesundheitsrisiko. Bis dahin die Tiere unbedingt im Haus lassen und nicht der Vermehrung in der freien Natur aussetzen.

Kater beginnen mit der Geschlechtsreife wie bereits erwähnt oft mit dem Markieren. Werden sie zu spät kastriert, kann es passieren, dass sie dieses Verhalten als Gewohnheit beibehalten.

Ist Kastrieren nicht gegen die Natur?

Ja das ist es. Aber das wir kastrieren MÜSSEN, ist unsere eigene Schuld. Wir halten uns Tiere, die wir füttern, behüten und beschützen. Kranke Tiere werden aufgenommen und gepflegt. Dies führt bei normaler Vermehrung zur Überpopulation, da keine natürliche Auslese mehr stattfindet. Somit muss der Mensch sich mit diesem „neuzeitlichem“ Problem auseinander setzen und die Verantwortung über die Natur übernehmen. Somit ist die Kastration nichts verwerfliches, sondern hilft dem Katzenleiden entgegenzuwirken.

Und wenn ich eine Babykatze haben will?

Dies ist kein Grund, gewollt oder ungewollt ein Vermehrer zu werden. Gerade im ersten Halbjahr des Jahres sind die Tierheime und Pflegestellen überfüllt mit Kitten. Dort kann man sich guten Gewissens Jungtiere

(ab der 12. Woche) vermitteln lassen, ohne selbst das Elend der Überpopulation zu vergrößern.

Das Babyglück wartet jedes Jahr im Tierheim. So fanden auch wir unsere kleine Emmi.

Die Kastration ist ein sehr komplexes Thema. Wer sich jedoch ein wenig damit beschäftigt, kann den Sinn in diesem Eingriff sehen. Nun zum Schluss jeder zu sich selbst, sind eure Katzen kastriert?


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