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Sind Katzenhalsbänder gefährlich?

Leider ist in Foren, Facebook, Whatsapp-Gruppen aber auch auf offener Straße immer wieder zu sehen, dass Katzen mit einem Halsband ausgestattet werden. Oft werden die Besitzer dieser Fellnasen auch vor der Gefahr gewarnt, diese wird von ihnen jedoch als gering eingestuft oder sogar belächelt.

 

 Neuzeitliche Mode-Erscheinung: bunte Halsbänder ins sämtlichen Variationen

 

Meist wird mit der angeblichen Lösung "Sicherheitshalsband" gekontert. Oder es wird erwähnt, dass bisher ja noch nichts passiert ist. Doch wie groß ist die Gefahr wirklich?

Gründe für ein Halsband

 

Die Gründe, warum sich ein Halsband anbietet, überwiegen in keinem Fall der dadurch entstehenden Gefahr für das Leben der Katze. Zudem sind sie meist ohne wirklichen Nutzen und besitzen keine Logik.

 

Unter anderem legen manche ihren Katzen Halsbänder mit Glocken an, um die Wildvögel zu schützen. Dabei sollten jedoch zwei Dinge berücksichtigt werden. Erstens ist die Katze sowieso ein Ansitzjäger oder schleicht sich heran. Sie hat dabei kaum Eigenbewegung, welche die Vögel durch Gebimmel warnen könnte. Zum anderen sind meist sowieso die Jungvögel in den Nestern die Opfer. Denen würde auch eine Frühwarnung durch eine Glocke nicht viel nützen. Katzen haben zudem ein ausgezeichnetes Gehör, welches beim Streifgang durch die Wildnis dauerhaft von der Glocke gestört und irritiert wird.

 

 Die Glocke ist für die Katze ein Fluch, jeder Schritt stört das empfindliche Gehör

 

 

Ein weiterer Grund, ein Halsband anzulegen, ist die angebliche Schönheit. Die Geschmäcker sind verschieden, jedoch sollte man darüber nachdenken, ob es wirklich so schön ist, einem ehemaligen Raubtier und Jäger aus der Wildnis ein glitzerndes, buntes Halsband anzulegen.

 

 Halsbänder zerstören die Natürlichkeit dieser faszinierenden Tierart

 

Die Halsbänder werden teilweise auch genutzt, um den Besitzer der Katze an einem Adress-Anhänger zu vermerken. In Zeiten der implantierbaren Chips, welche von jedem Tierarzt ausgelesen werden können, ist dieser Nutzen jedoch nicht mehr nötig. Zudem heben sich Haus- von Wildkatzen oft deutlich durch ihre Fellqualität und ihrem Allgemeinzustand ab.

 

Angeblich sollen die Halsbänder auch vor dem Überfahren in der Nacht schützen, da sie meist reflektieren. Dies tun jedoch schon die Katzenaugen von Natur aus. Hier ist der springende Punkt, dass Katzen Fluchttiere sind. Sie kommen meist im letzten Moment aus dem Gebüsch am Straßenrand gerannt und versuchen dann die Straße zu kreuzen. In diesen wenigen Sekunden bringt selbst ein reflektierendes Halsband wenig Rettung.

 

Ein großer Teil der Halsbänder-Begründung obliegt dem Floh-Halsband. Auch hier gibt es mittlerweile eine breite Palette an Alternativen, sodass die Gefahr wieder dem Vorteil überwiegt. Einfach mal den Tierarzt fragen.

Welche Gefahr geht vom Halsband aus?

 

Die größte Gefahr ist die Strangulation. Ob beim Springen, Klettern oder Spielen. Die Katze kann sich irgendwo verhängen oder die Pfote am Hals einklemmen. Jetzt kommt das Verhalten der Katze dazu. Als Flucht-Tier wird es panisch versuchen, sich aus dieser Zwanghaltung zu befreien. Dies kann zu Krallen-Abrissen, Abschürfungen bis hin zu Einschneidungen ins Fell führen. Im schlimmsten Fall wird die Katze bis zur Bewusstlosigkeit und anschließend bis zum Tod stranguliert.

 

 Verhängnisvolle Zwangshaltung...


Selbst in Ruhe kann das Halsband gefährlich werden. Will sich die Katze das Halsband selbst vom Kopf ziehen, kann es passieren, dass sie sich eine Maulsperre zulegt. Aus dieser kann sie sich im Regelfall nicht selbst befreien. Tritt hier wieder Panik auf, kann es zu schweren Schädigungen im Maul kommen.

 

 ... und oft schwere Verletzungen

 

Bei Jungkatzen kann das Halsband verwachsen, sollten diese mal in die Freiheit entwischen und nicht mehr gefunden werden.

 

Langfristig führen Halsbänder durch Scheuern unter Umständen dazu, dass das dahinterliegende Fell beschädigt wird, abstumpft oder die Stelle sogar kahl wird. Danach ist eine Haut-Reizung die typische Folge.

Das leidige Thema "Sicherheits-Halsband"

 

Die Industrie hat auf den Umstand, dass sich normale Halsbänder nicht selbst öffnen, reagiert. Sonst wäre wahrscheinlich eine ganze Sparte der Tier-Industrie unbeliebt geworden. Diese angeblichen Sicherheitshalsbänder öffnen jedoch auch nicht immer. Es muss eine bestimmte Zugkraft erreicht werden und es muss aus dem richtigen Winkel gezogen werden. Katzen haben zwar Glück und sieben Leben, aber diese Garantie haben sie nicht.

 

 Tierschutz heißt Halsband ab..


Es gibt noch eine zweite Variante von "Sicherheitshalsbändern". Diese haben einen Gummizug und sind somit "dehnbar". An sich eine gute Idee, die Katze könne ja raus schlüpfen. Jedoch flüchten Katzen meist bei einem Schreck nach vorn, sodass sie sich auch hier im eigenen Halsband mit der Pfote/ dem Vorderlauf verheddern könnten. Dadurch, dass es dehnbar ist, könnte die Katze sich zudem noch leichter eine Maulsperre zulegen.

Unser Fazit zum Thema Halsband

 

Wir sind der Meinung, dass die Gefahren den "Vorteilen" deutlich überwiegen. Natürlich können die Sicherheitshalsbänder unter Umständen öffnen.

 

 Ungerechtfertige Gründe: kein Grund ist groß genug, um eine Katze dieser Gefahr auszusetzen

 

Doch dieses "unter Umständen" rechtfertigt in unseren Augen nicht den Nutzen gegenüber der Gefahr, die von einem Halsband ausgeht. Deshalb sprechen wir uns klar gegen Halsbänder aus.

Ein großes Danke an das Tierheim Gütersloh für die Bereitstellung der Schockbilder

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